Achtsamkeit

Es gibt immer nur eine wichtige Zeit: Heute. Hier. Jetzt. (L. Tolstoi)

Alltagsbewusstsein: Sei achtsam bei allem, was du tust!

„Der Kosmos ist voll kostbarer Edelsteine. Heute Morgen möchte ich dir eine Hand voll davon schenken. Jeder Augenblick deines Lebens ist ein kostbarer Stein, der durch Erde und Himmel, Wasser und Wolken strahlt und alles enthält.“ (Thich Nhat Hanh)

Einer meiner großen spirituellen Lehrer, der Benediktinermönch Br. David Steindl-Rast erzählt gerne von der Achtsamkeit des Tische-Abwischens. Nachdem er in jungen Jahren sein Studium erfolgreich abgeschlossen hatte, trat er in ein Kloster in Amerika ein, wo eine seiner ersten Aufgaben darin bestand, nach dem gemeinsamen Essen die Tische zu säubern. Diese Tätigkeit wäre wahrscheinlich für so manchen von uns eine, für die wir uns vielleicht viel zu schade wären. Nicht so Bruder David. Er machte aus dieser Tätigkeit eine Tugend und war bald bekannt als der achtsame Tische-Abwischer. Er gab dieser Aufgabe so viel Sinn und Wichtigkeit und führte jede Handbewegung so bewusst und achtsam aus, wie es ihm nur möglich war. Es war sein Ausdruck dafür, Respekt und Demut allem gegenüber zu empfinden. So wurde das Reinigen der Tische für ihn auch zu einer heiligen Handlung und etwas Kostbares in seinem Leben.

Warum Achtsamkeit wichtig ist

Unsere Lebenszeit ist eine endliche und deshalb kostbare Ressource. Leider bekommen wir im Alltag nicht sehr viel davon mit.

Das mag eigenartig und befremdlich klingen. Aber Fakt ist, dass wir einen Großteil unseres Lebens in unbewusst automatisierten Denk- und Handlungsmustern leben. Unser Gehirn erleichtert uns den Alltag, indem wir sich wiederholende Abläufe unbewusst durchführen können. Erinnern Sie sich an Ihre erste Fahrstunde mit dem Auto und vergleichen Sie diese Erfahrung mit dem Erleben, wenn Sie heute Auto fahren…

Was in diesem Fall (und in vielen anderen Situationen) das Leben erleichtert, bewirkt auf der anderen Seite, dass uns viel entgeht im Leben. Sind wir in Gedanken nicht bei der Sache, weil wir an etwas aus der Vergangenheit denken oder bereits in die Zukunft voraussehen, dann rutscht uns vieles durch die bewusste Wahrnehmung.

Befinden wir uns in einer für uns sehr stressigen Situation, dann kann es uns auch passieren, dass wir nicht wahrnehmen, was gerade gut für uns wäre. Ein einfaches Beispiel ist unsere Atmung. Sind wir sehr angespannt, dann neigen wir zu einer kurzen, flachen Atmung. Dies wiederum steigert den Stresspegel im Gehirn, wodurch wir nur noch nervöser werden. Würde uns das in diesem Moment auffallen, könnten wir ein paar Mal tief durchatmen und schon ginge vieles wieder leichter.

Achtsamkeitsübungen können uns helfen, zur richtigen Zeit immer wieder zu uns zurückzukehren und uns bewusst wahrzunehmen. Es fühlt sich beinah an wie ein stetes „Aufwachen“ aus einem bisher „verträumten“ Leben!

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Raum für Wunder

„Wir finden selbst in der Hektik des Alltags zu uns, spüren unser Bedürfnisse und unsere Intuitionen klarer. Achtsamkeit verschafft uns einen größeren Überblick über die Auswirkungen unserer Gedanken und Handlungen. Ungeahnte Zusammenhänge eröffnen sich. …Dies schafft Raum für Wunder.“

(aus: Thich Nhat Hanh: „Das Wunder der Achtsamkeit“, Vorwort von Ulrich Scharpf)

Was ist Achtsamkeit?

Achtsamkeit, eine Übersetzung des Wortes smriti aus dem Sanskrit, bedeutet in seiner ursprünglichen Form „Gedächtnis“ und „Erinnerung“. Diese Bedeutung erklärt sich aus der Erfahrung, dass wir nur dann Erlebnisse nachhaltig im Gedächtnis behalten, wenn wir dabei voll und ganz im Augenblick sind, mit Geist und Herz, also wir ganz bewusst und intensiv den Moment erleben.

Achtsamkeit ist aber keine krampfige Selbstkontrolle. Es ist eben keine Konzentration auf etwas. Dies würde den Blick und die Aufmerksamkeit einengen und die Wahrnehmung begrenzen. Achtsamkeit ist aber ganz im Gegenteil eine Erweiterung der Aufmerksamkeit, um die gesamte Fülle als Ganzes wahrzunehmen.

Der buddhistische Weisheitslehrer Thich Nhat Hanh beschreibt Achtsamkeit als das Willkommen-heißen von allem in liebevoller Akzeptanz.

„Achtsamkeit ist ein aufmerksames Beobachten, ein Gewahrsein, das völlig frei von Motiven oder Wünschen ist, ein Beobachten ohne jegliche Interpretation oder Verzerrung.“ (Jiddu Krishnamurti)

Wie wirkt Achtsamkeitstraining?

Eines vorweg: Der psychotherapeutische Einsatz von Achtsamkeitstechniken, wie die durch Studien von Jon Kabat-Zinn bekannt gewordene  „Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion“ oder „MBSR“ gehört in geschulte Hände von speziell dafür ausgebildete Therapeuten.

Darüber hinaus werden Achtsamkeitsübungen im präventiven Rahmen zur Vorbeugung von unterschiedlichen körperlichen oder psychischen Störungen eingesetzt. Dabei erlangt Achtsamkeit immer mehr Bedeutung bei der Stressbewältigung und im Feld der Selbstfürsorge. Erste Studien weisen darauf hin, dass Achtsamkeit zu einer verbesserten Emotionsregulation führen kann. Dies geht bei einer vermehrten Achtsamkeitspraxis auf die verstärkte Hemmung der Amygdala zurück, welche allgemein eine wichtige Rolle bei der emotionalen Bewertung und Wiedererkennung von Situationen spielt. Die Amygdala ist wichtig für die Empfindung von Angst oder Furcht.

Wie können wir mehr Achtsamkeit erlangen?

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Frauencoach empfehle ich, damit zu beginnen, gewisse Tätigkeiten im Alltag bewusst durchzuführen. Das kann schon am Morgen beim Aufwachen beginnen, wo man sich als allererstes etwas Zeit dafür nimmt, den Tag in Ruhe zu beginnen. Hier kann die Aufmerksamkeit darauf liegen, was man körperlich spürt und die Gedanken, die kommen, ziehen zu lassen, ohne an ihnen festzuhalten.

Grundsätzlich kann man sich dafür entscheiden, sich ein paar Mal am Tag eine kleine Auszeit zu nehmen und mit der Aufmerksamkeit ins Hier und Jetzt zurückzukehren. Manche stellen sich am Handy alle paar Stunden eine akustische Erinnerung ein, damit sie nicht darauf vergessen.

Eine andere Möglichkeit ist, sich unter Tags mit der Aufmerksamkeit ganz auf eine bestimmte Tätigkeit zu fokussieren und diese ganz bewusst auszuführen. Das kann das Zähneputzen beinhalten, oder das Zubereiten einer Speise oder das Bügeln der Wäsche. Seien Sie dabei ganz bei der Sache und wenn Sie merken, dass ihre Gedanken abschweifen, kehren Sie bewusst zurück in den Moment.

Sie könnten sich aber auch einmal einfach nur hinsetzen, die Augen schließen und wahrnehmen, was rund um sie passiert, ohne darüber nachzudenken. Einfach nur hören, fühlen, riechen, schmecken. Wenn nichts passiert, lauschen Sie einfach der Stille, die sie umgibt!

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie Sie ihr Leben bewusst wahrnehmen können. Wenn Sie noch mehr Anregungen brauchen, zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren, ich helfe Ihnen gerne weiter!

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